Mittelalterlich Phantasie Spectaculum - das größte reisende Mittelalter-Kultur-Event der Welt
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Die Geschichte des MPS

– Das Leben Des Drachen Daselbst –

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von: Sarah K. Weber

Die Erde. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1993. Dies sind die Abenteuer Des Drachen Daselbst, der mit einigen Gleichgesinnten unterwegs ist, um eines der damals noch rar gesäten Mittelalterfeste zu besuchen. Ein solches hat der Bürgerschützenverein „St. Johannes“ Drensteinfurt von 1593 e.V. anlässlich seines 400-jährigen Bestehens zusammen mit Fogelvrei Produktionen organisiert. Drensteinfurts Schlosspark hat sich in jene faszinierende Epoche, die wir Mittelalter nennen, zurück versetzen lassen und sollte Den Drachen Daselbst erst so richtig zum Leben erwecken. Seine Geburtsstunde ist in ihrer Bedeutung aber nur zu begreifen, wenn man die vorherige Geschichte von Gisbert Hiller kennt.

Und die beginnt am 6. April 1958. Seine Kindheit erlebte Gisbert Hiller – kurz Gisi – im Münsterland in Drensteinfurt, wo er dann auch die Christ-König-Hauptschule besuchte. Von dort wechselte er im Alter von 10 Jahren auf das Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup.
Mit seinem altsprachlichen Schwerpunkt und dem damit verbundenen Latein- und Altgriechischunterricht versprach das Gymnasium eine wenig erquickliche Lebensphase zu werden, zumal Gisis schulisches Interesse ohnehin nicht besonders groß war. Erstaunlicherweise ließ ihn aber die Faszination für das Fach Geschichte trotz des quälenden Unterrichts in alten Sprachen nicht los. Besonders die römische und griechische Mythologie waren für Gisi ganz hoch im Kurs.
Sein zweites Steckenpferd – Erdkunde – schürte dann zusätzlich seinen Wissensdurst nach fremden Kontinenten, insbesondere dem exotischen Afrika. Zahlreiche Bücher verschlang der zukünftige Drache Daselbst in seiner Jugend zu diesem Thema. Verwunderlich? Nein. Drachen lieben das Abenteuer und die Wildnis.

Daher lag es auf der Hand, dass er nach der Mittleren Reife den Schritt in den Dschungel der freien Wirtschaft wagen wollte.
Reisebürokaufmann werden, so lautete der Plan. Dahinter verbarg sich die Hoffnung, selbst viel von der Welt sehen zu können. Leider musste dieser Traum mangels Ausbildungsplatz an der Realität scheitern.
Auf der Suche nach einer Alternative verschlug es Gisi schließlich an einen ganz anderen Ort. Er ließ sich zum Einzelhandelskaufmann bei der Lebensmittelkette Coop AG in Münster ausbilden. Die überaus zeitintensive Arbeit dort hinderte ihn aber keinesfalls daran, sich weiterhin gut durchzuschlagen und so kreativ und innovativ wie möglich zu agieren. Schnell zeigte Gisi also, welches Organisationstalent in ihm steckt. Mit Veränderungen in der Produktpräsentation und mit Umstrukturierungen des riesigen Lagers verhalf er den Arbeitsprozessen vor Ort zu neuen, bisher ungenutzten Möglichkeiten. Die Freude an der Innovation und sein Engagement waren von Erfolg gekrönt.

Bevor Gisi die Früchte seiner Mühen ernten konnte, folgte aber zunächst nach dem Abschluss der Ausbildung 1978 eine Unterbrechung von 15 Monaten durch die Bundeswehr.
Für den Grundwehrdienst kam er nach Hamburg in die Lettow-Vorbeck-Kaserne, die nur 5 km Luftlinie vom heutigen Gelände des „Fetten Ö“ entfernt lag. Ein Omen? Für den Mythologie-Interessierten in jedem Fall.
Doch damit nicht genug: Nach der Grundausbildung verbrachte Gisi nämlich die restliche Zeit in Oldenburg beim Jagdbombengeschwader 43 der Luftwaffe – gerade einmal 8 km Luftlinie vom heutigen MPS-Veranstaltungsort Rastede entfernt. Beide Orte tauchten also beinahe wie ein Wink des Schicksals in seiner Biografie auf.

Zurück im Einzelhandel bei der Coop AG bekam Gisi 1980 seine zuvor wohl verdiente Aufstiegschance, sodass er in den beiden Folgejahren zunächst stellvertretender, dann Filialleiter wurde.

Parallel zum beruflichen Werdegang kombinierte er nebenbei zwei seiner großen Interessen miteinander: das Reisen und das Motorrad fahren. Mit der Clique, den Kawasakis, Suzukis, Moto Guzzis und Hondas ging es oft auf Tour, doch die Wochenenden fielen für Gisi leider durch häufiges Arbeiten verkürzt oder gar in Gänze aus. Längere Fahrten mit den Kumpeln, z.B. an die Côte d’Azur oder nach Skandinavien, blieben ihm oft versagt. Frustriert verließ er schließlich die Einzelhandelsbranche und ging erneut auf Streifzug durch die Wildnis des Arbeitsmarktes.

1983 fing er bei einem Handelsvertreter in Sarstedt bei Hannover an, was ihm wenigstens das deutschlandweite Reisen ermöglichte. Für Baumärkte fuhr Gisi nun herum und verkaufte Gartenmöbel, Duschkabinen, Saunen, Spiegel und alles Weitere, was das Baumarktleiterherz begehrt.
Wie es der glückliche Zufall so wollte, waren Baumärkte zu dieser Zeit ein frisch aufkeimender Zweig der Wirtschaft, sodass dieser Absprung vom Einzelhandel zu einer günstigen Gelegenheit passiert ist.

Nach weniger als zwei Jahren holte den Abenteuerlustigen dann aber der Alltagstrott wieder ein und er suchte eine neue Herausforderung. Die fand er in der Drensteinfurter Landjugend als Schriftführer und in der Organisation von Landjugend Scheunenpartys, die sich in der ländlichen Gegend großer Beliebtheit erfreuten und den Landjugendgruppen der damaligen Zeit sehr viel Geld in ihre Vereinskassen spülten.

Aufgrund des Erfolgs kündigte Gisi im Frühjahr 1984 seinen Job und machte sich im Sommer 1984 mit der Organisation von Veranstaltungen selbstständig, indem er ein Reisegewerbe anmeldete. Von ganz kleinen Feiern auf Drensteinfurts Bauernhöfen ging es nun immer steiler bergauf (hier klingt mehr als deutlich an, in welche Richtung dieser Wendepunkt für Gisis Leben als Organisationstalent führen sollte).
Wir befinden uns inzwischen mitten in den 1980ern, in der Zeit der Top-40-Bands, den auf Volks- und Straßenfesten beliebten Coverbands. Das machte Gisis sich natürlich zunutze. Er stellte Feste u.a. mit Bands wie den Skydogs oder den Yankees auf die Beine. Schnell zog der Erfolg größere Kreise und die Städte Ahlen/Westfalen, Warendorf, Gütersloh und Münster boten lukrative Partylocations.

Doch auch hierbei ließ Gisi die Reiselust nicht los: Im nächsten Schritt wandte er sich deshalb mehr und mehr der mobilen Variante mit Großraumfestzelten mit bis zu 2000 qm Größe zu, die an entsprechenden Orten aufgeschlagen und musikalisch belebt wurden. Internationale Stars, wie z.B. die europaweit im Discobereich bekannte Band Bad Boys Blue oder Suzi Quatro, Sweet, Slade, T Rex usw. waren zu Gast auf seinen Events.
Doch nicht nur musikalisch, sondern auch unterhaltend waren Gisis – schon damals phantastische – Veranstaltungen. So moderierte beispielsweise der damalige Newcomer Hape Kerkeling eine Modenschau auf einer von Gisis Festivitäten in Drensteinfurt. Mit dem Ehemann von Suzi Quatro, den Gisi in Münster in einer Disco getroffen hat, organisierte er dann auch bald Oldie-Feste, auf denen gebündelt die Stars der 1970er auf die Bühne kamen und erneut aufblühten. Das führten die beiden sogar noch bis 2004 in großem Stil fort, wie man u.a. an Veranstaltungen in der Arena „Auf Schalke“ oder in der AOL-Arena Hamburg, früher Volksparkstadion, in den Jahren 2000-2002 sehen kann.

Noch ein drittes Standbein ist seit Anfang der 1990er dabei: Die Organisation von Schlagerfesten für bekannte Radiosender Deutschlands mit Größen wie Wolfgang Petry, den Flippers und Andrea Berg standen von da an auch auf dem Plan, Radiosender wie der Hessische Rundfunk oder der Westdeutsche Rundfunk, engagierten Gisi für die Organisation und für die logistische Abwicklung ihrer riesigen Schlagerfeste im Sauerland und im Ruhrgebiet, mit bis zu 40 tausend Gästen. Gisi gründete zu dieser Zeit auch die Firma „Live-Musik-Veranstaltungen“, vorher betrieb er seine Aktivitäten unter der Firmenbezeichnung „Power Music Drensteinfurt“.

Das Herumreisen, das sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht, bot Gisi stets neuen Input, neue Ideen und viel Inspiration durch die Menschen, die er kennenlernte. Im Juni 1993 besuchte er beispielsweise wieder einmal eine Oldie-Veranstaltung eines Veranstalter Kollegen – diesmal in der Open-Air-Arena auf der Loreley.
Nach einigen Stunden Aufenthalt auf der Loreley fuhr Gisi bei strahlendem Sonnenschein ins heimische Drensteinfurt und will noch am selben Tag – es ist ein Samstag – das eingangs erwähnte Mittelalterfest des Bürgerschützenvereins im örtlichen Schlosspark besuchen. Man muss ja schließlich immer etwas Neues erleben. Mit der jahrelangen Veranstaltungs- und Logistikerfahrung im Gepäck kam der noch nichts von seinem Glück ahnende Drache Daselbst im Schlosspark des Hauses Steinfurt, um das sich dutzende mittelalterliche Marktstände tummelten, an.
Bislang völlig unberührt vom Thema Mittelaltermarkt waren Gisi, seine damalige Frau und weitere Freunde auf Anhieb fasziniert oder – wohl treffender ausgedrückt – geflasht von dem, was sich ihnen darbot. Obwohl dieser Veranstaltungstyp zur damaligen Zeit quasi noch in den Kinderschuhen steckte und wohl mit nichts zu vergleichen ist, was der zeitgenössische Leser dieser Zeilen unter einem heutigen Mittelaltermarkt versteht, erweckte Drensteinfurts Mittelaltermarkt Den Drachen Daselbst endgültig zum Leben. Er hat zum ersten Mal so richtig Blut geleckt (und auch Met, so viel wie niemals mehr danach in seinem Leben).
Insbesondere das Ritterturnier ließ den inneren „kleinen Drachen“ aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Die Augen waren groß, der Hunger auf Mittelalter entfacht und Gisi, beflügelt von reichlich Met, ging auf den Organisator Johannes Faget zu, weil er unbedingt seine Begeisterung mit dessen Erfahrungswissen in diesem Bereich kombinieren wollte. Voller Euphorie und stark erhöhter Promille versprach er, sich in der kommenden Woche bei Fogelvrei Produktionen zu melden, um im großen Stil eine Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. Doch zunächst einmal führte ihn sein Weg in dieser Nacht stolpernd und mettrunken durch mehrere Vorgärten nach Hause. Ein unvergesslicher Abend!
Nach einem tiefen Schlaf und einem Sonntag in der heimischen Höhle, klingelte bereits am Montag bei Johannes Faget und seinen Kollegen das Telefon.

Im August 1993, schon wenige Wochen nach dem Telefonat, sollte das erste Treffen der erfahrenen Akteure stattfinden: Johannes Faget von Fogelvrei Produktionen (mit zahlreichen Kontakten zu Markthändlern), Frank Breburda von Schwartenhals Produktionen (mit etlichen Kontakten zu Reenactorgruppen und Künstlern) und Gisbert Hiller (mit der langjährigen Erfahrung rund um Großveranstaltungen).

Schon vor Beginn der ersten konkreten Überlegungen war klar, dass weder Johannes Faget noch Frank Breburda als Veranstalter an dem Projekt beteiligt sein wollten. So übernahm Gisi von Anfang an die alleinige Verantwortung, von Anfang an und bis heute, war er und ist er der alleinige Veranstalter des Mittelalterlich Spectaculum, später dann des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, die beiden anderen übernahmen dafür die Aufgabe, die Veranstaltung als Zulieferer mit dem nötigen Inhalt zu füllen, also mit Künstlern, einem Markt und Händlern – gegen Bezahlung.

Als im Herbst 1993 das Konzept von Johannes Faget und Frank Breburda ausgearbeitet und mit Gisi abgestimmt ist, konnte erstmals für 1994 ein Mittelalterlich Spectaculum, wie es damals noch hieß, unter der alleinigen Verantwortung von Gisi angegangen werden.
Er reihte sich an die wenigen damals bestehenden Mittelalter-Veranstalter an (zu nennen wären hier neben den beiden Zulieferern der neu entstandenen Veranstaltungsreihe Mittelalterlich Spectaculum exemplarisch noch Kramer Zunft & Kurtzweyl, Burg Satzvey und die Kaltenberger Ritterspiele).
Dennoch will Gisi seit jeher versuchen, ganz anders als diese zu sein.
Das Konzept steht, die Vorfreude ist groß, doch wo gibt es geeignete Locations für eine solche Veranstaltung? Nach langen Fahrten durch das umliegende Münsterland fiel die Wahl auf das Gelände um das Wasserschloss Pröbsting in Borken-Hoxfeld, das die Stadt dafür auf Anfrage auch gerne zur Verfügung stellte.
Durch die bereits bestehenden Kontakte zu Radiosendern, Presse und Werbeagenturen aus seinen vorherigen Jahren als Großveranstalter konnte Gisi die Werbetrommel für das erste Mittelalterlich Spectaculum besonders kräftig und effektiv rühren.
Die Hoffnung auf ein erfolgreiches Spektakel im Frühjahr 1994 wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Borken erlebte ein Verkehrschaos nie gekannten Ausmaßes. In den Verkehrsnachrichten des WDR ertönten zwei Tage lang Warnungen, die Stadt sei dringend wegen eines immensen Rückstaus großräumig zu umfahren. Der winzige Schlosspark Haus Prösting selbst war ebenfalls mit dem Menschenandrang restlos überfordert, die aus allen Ecken Nordrhein- Westfalens angereisten Besuchermassen drängten sich sogar in die Schloßgräfte hinein.
Insofern war die Resonanz des ersten Mittelalterlich Spectaculums zwiegespalten: Es hat zwar im positivsten Sinne eingeschlagen wie eine Bombe, ist aber durch die unkalkulierbaren Besucherzahlen chaotisch und daher für Gäste und Veranstalter unbefriedigend abgelaufen!

Kein Zweifel, für das kommende Jahr müssen diese Veranstaltung und ihr Gelände ausgebaut werden.
Die innovative Idee dafür: eine Kombination aus professionellen Künstlern und begeisterten Laien sollte her, dazu wesentliche größere Veranstaltungsflächen. Die Tatsache nämlich, dass sich so viele Menschen fernab von professionellem Kunst(hand)werk mittelalterbegeistert gezeigt und Borken wortwörtlich überrannt haben, forderte eine andere Herangehensweise an diesen neuen Veranstaltungstyp.
Mit Innovation war man bei Gisi ja schon immer an der richtigen Adresse. So lautete der Plan, den Reenactorgruppen ein Platz für das Ausleben ihres Hobbys zu geben und somit die Veranstaltung möglichst breit aufzustellen. Positiv für beide Seiten.

Doch wie konnte man an solche Gruppen herantreten? Die einzige Anlaufstelle fand Gisi damals beim Kölner Karneval und dem Mittelalterfest auf Burg Satzvey, denn nur dort konnten sich damals die interessierten Laiengruppen in ihren mühevoll gefertigten Kostümen mit einstudierten Vorführungen präsentieren. Mit dem Wunsch nach Unterstützung durch diese Laiendarsteller stand Gisi damals unter allen anderen Veranstaltern alleine da. Andere Veranstalter wollten damals nämlich ausschließlich professionelle Darsteller beteiligen. Schon hier begann die Kontroverse zwischen „authentischer“ und „nicht authentischer“ Darstellung, die sich bis heute über die Szenelandschaft erstreckt.
Davon ließ und lässt Gisi sich jedoch nicht beirren und zahlte damals interessierten Heerlagergruppen sogar bis zu 4000 DM pro Wochenende für ihren Beitrag zum Lagerleben auf dem Mittelalterlich Spectaculum.

Die Veranstaltung beginnt zu boomen...

Die Heerlager sind heute aus der mittelalterlichen Marktlandschaft nicht mehr wegzudenken und bereichern jede Veranstaltung ungemein.
Als sich Gisi 1993 mit Johannes Faget und Frank Breburda zusammensetzte, wurde mit dem Mittelalterlich Spectaculum auch der Begriff „Heerlager“ von Gisi fest in der neu aufkommenden Szene etabliert. Er bezeichnet seitdem die Laiendarsteller solcher Events.
Jedes Heerlager setzt sich dabei aus denjenigen Teilnehmern zusammen, die sich dem weitgefassten Hobbythema „Mittelalter“ verschrieben haben und die Veranstaltungen nutzen, um ihr meist eigenhändig erschaffenes Lager zu präsentieren.
Dabei stellen heute nicht alle lagernden Gruppen ein Heer im eigentlichen Wortsinn dar, wie der Begriff vielleicht nahelegt. Es gibt natürlich auch viele Fantasy-Lager, Wandervölker und reisende Handwerker unter ihnen.
Insofern ist darunter heute die Gesamtheit der Zeltstadt zu verstehen, die das Bild der Veranstaltungen prägt. „Learning by doing“ lautet dabei die Devise der lagernden Teilnehmer: Sie faszinieren nicht nur mit verschiedenen Vorführungen wie dem Schmieden, Weben, Kämpfen oder Musizieren, sondern auch mit dem alltäglichen Lagerleben die Besucher.

Das Altertümliche übt eine große Anziehungskraft aus und erst, wer einmal selbst damit in Kontakt getreten ist, bekommt ein anderes Bewusstsein für das alltägliche Leben. Das widersetzt sich wohl in unserer hektischen Welt dem Zeitgeist. Unter dem Schutz eines Rundzeltes oder Baldachins bleibt man nämlich für den Augenblick von Stress, Technik und Alltag verschont.

Dafür werden aber andererseits auch Arbeit und Lohn wieder einmal in direkten Zusammenhang gebracht: Um einen Kaffee – nein! – einen aus verschiedenen Blättern zusammengerührten Trank zu erhalten, ist es zuerst ist nötig, das von Gisi zur Verfügung gestellte Feuerholz zu hacken, ein Feuer überhaupt zu entfachen, Wasser zu holen und lange – sehr lange! – zu warten bis es erhitzt ist.
Und man lernt nebenbei auch, dass heute so triviale Getränke wie Kaffee und Tee neumodische Erscheinungen sind. Diesen Brückenschlag wollte Gisi also unbedingt mit der aktiven Beteiligung von Heerlagern nutzen, sodass Teilnehmer wie Besucher davon profitieren können.

So kam es auch: Von Saison zu Saison begeisterten sich immer mehr Menschen dafür, weshalb sich bis Mitte/Ende der 1990er immer mehr neue Gruppen gründeten, ihre Interessenschwerpunkte verschoben und die einzelnen Lager wuchsen.

Hieraus erklärt sich dann auch der zwangsläufige Gedanke an Selbstfinanzierung der Heerlager. Manche der ehemaligen MPS-Heerlager entwickelten sich soweit, dass die dann sogar mit ihrem Hobby selbstständig geworden sind und nach einigen Jahren bereits eigene Mittelalter-Veranstaltungen organisiert haben.

Das schaffte zwar kurzfristig Platz auf den MPS-Geländen, doch die Flächen sind schnell wieder bis auf den letzten Lagerplatz vergeben, was leider in 2018 auch zum ersten Mal zu Absagen an viele Gruppen führen musste.

Von der einfachen Chance für die Heerlager, einen Raum für ihr Hobby zu erhalten, ist eine Welle entstanden, die heute Deutschland überflutet. Die Veranstaltungen im Norden wie im Westen sind dabei zwar deutlich stärker aufgestellt als der Süden und der Osten, aber der Boom nimmt kein Ende und diesen Boom hat Gisi in den Anfangsjahren des MPS ausgelöst, als er den ganz wenigen damals bereits existierenden Heerlagern viele tausend Euro für eine Teilnahme beim Mittelalterlich Spectaculum geboten hat.

Mit den neu gewonnenen Gruppen und Darstellern ging es dann auf zu neuen Ufern.

1995 gab es immerhin schon 4 Mittelalterlich Spectaculum Termine (Telgte, Oberhausen, Leverkusen, Marsberg-Canstein – Borken wäre auch wieder ein Ort von Interesse gewesen, doch es brauchte erst einmal ein längere Zeit der Verschnaufpause nach dem Boom und dem Verkehrschaos von 1994). Von nun an mehrten sich die Veranstaltungen jährlich. So wuchs auch das Interesse seitens der Heerlager am Mittelalterlich Spectaculum stetig; manche Gruppen splitteten sich sogar mehrfach, andere sind neu gegründet worden, sodass über kurz oder lang eine Vergütung aufgrund der gewaltig steigenden Anzahl an Heerlager Gruppen nicht mehr zu stemmen war.

Gisi disponierte um und obwohl er zunächst wegen ausbleibender Aufwandsentschädigungen und anderer Gefälligkeiten, z.B. in Form von Strohballen, Fackeln, Getränken usw., mit dauerhaft weniger Heerlagern rechnete, trat diese Befürchtung nicht ein.

Die Veranstaltungen wuchsen nämlich auch nach einem ganz kurzen Rückschritt der Heerlagerzahl weiter an, sodass Gisi ab 1996 über die Urzelle NRW hinausschaut und weitere Veranstaltungsorte nach Hessen und ins Saarland ausweitete. Auch Bückeburg in Niedersachsen ist seither dabei.

1996 waren es bereits 8 Veranstaltungen in Oberhausen Osterfeld, Lich bei Gießen, Bückeburg, Dortmund, Leverkusen-Schlebusch, Telgte, Marsberg-Canstein und Neunkirchen im Saarland.

Im Jahre 1997 gab es auch wieder 8 Veranstaltungen, der Veranstaltungsort in Leverkusen-Schlebusch fiel weg, ebenso der Veranstaltungsort in Marsberg-Canstein. Neu hinzu kamen 1997 der Schlosspark Rastede und ein Park in Ludwigshafen am Rhein. Weiterhin bespielt wurden 1997 die Veranstaltungsorte Telgte, Oberhausen, Lich, Bückeburg, Dortmund und Neunkirchen.

Einen ganz besonderen Saisonhöhepunkt gab es dann 2000 in Hannover – dem Jahr der EXPO. 9 Veranstaltungsorte gab es im Jahre 2000, darunter auch das nahe gelegene Bückeburg, das noch heute zwei Wochenenden lang bespielt wird, dort erstreckte sich das Mittelalterlich Spectaculum erstmals über 3 Wochenenden mit 8 Veranstaltungstagen.
Zusätzlich dazu ist es mit Gauklern, Rittern, Heerlagern und Musikern in einem riesigen Festumzug auch ein Programmpunkt auf der EXPO 2000 gewesen, mehrere hundert Teilnehmer des Bückeburger Mittelalterlich Spectaculums wurden mit Großbussen zur EXPO 2000 nach Hannover gefahren und begeisterten dort die internationalen Gäste. Eine logistische und organisatorische Großleistung – so wie auch die weiteren 3 Jahre Bückeburg mit jeweils 3 Wochenenden Mittelalterlich Spectaculum hintereinander!

Die folgenden Jahre zeigen, wie stark die Nachfrage und das Interesse überall in Deutschland gestiegen ist. Das absolute Maximum stellten einige Jahre mit 24 und sogar 25 Veranstaltungen dar.

MPS – damals, heute und in Zukunft!

Und jetzt? Die Option, das MPS in den Ruhestand zu schicken, war ein relativ flüchtiger Gedanke und die Entscheidung, künftig weniger und vor allem die alteingesessenen Städte mit jahrzehntelanger Geschichte zu bespielen, scheint die durchführbare Alternative zu sein.
An einem Nachfolger für Gisi mangelt es nach wie vor. Fehlende Erfahrung, Angst vor dem finanziellen Risiko oder der zu große Respekt vor diesem 24/7-Job sind einige Gründe dafür.
So wird Gisi bis 2023 auf jeden Fall die Termine der inzwischen traditionellen MPS-Städte wie Köln, Dortmund, Hohenwestedt, Rastede und Bückeburg veranstalten. Danach wird es wieder eine Tafelrunde geben, die sich zur Zukunftsberatung zusammenfindet.

Man muss sich einmal vorstellen, wie eine solche Saison inzwischen aussieht: Gisi und seine Mitarbeiter führen – genauso wie die teilnehmenden Markthändler – ein echtes Vagabundenleben. Von Mitte April bis Mitte Oktober sind sie non-stop in ganz Deutschland unterwegs.

Montags trifft sich die Belegschaft in Drensteinfurt, wo etliche Lagerhallen angemietet sind, zum Beladen der Fahrzeuge. Dienstags werden Einkäufe erledigt und eingeladen. Mittwochs ist der Anreisetag und mittags bereits der Beginn des Aufbaus, der sich über Donnerstag hinzieht und auch noch freitags in vollem Gange ist, wenn die Heerlager anrücken und ihre Lagerflächen besiedeln.
Über das Wochenende findet dann die eigentliche Veranstaltung statt, bis am Sonntagabend wieder abgebaut wird.

Dass diese Karriere ihre (privaten) Opfer fordert, liegt auf der Hand. Beziehungen, Freundschaften, Familie, aber auch eigene Hobbys und Interessen bleiben – sofern sie sich nicht ebenfalls rund um die Veranstaltung abspielen – auf der Strecke.
Man merkt deutlich: Das Drachenherz hängt an seinem Schatz! Sein besonderes Konzept als reisendes(!) Mittelalterspektakel, heutzutage als reisendes Mittelalter Festival, ist einzigartig in seiner Form und auch über die Landesgrenzen hinaus sehr beliebt.
Internationale Besucher und Darsteller sind inzwischen auf der zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum – kurz: MPS – umgetauften Veranstaltung sehr zahlreich vertreten.

Wie das Mittelalterlich Spectaculum „phantastisch“ ward…

Das inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Event brauchte natürlich auch ein aussagekräftiges Namenskürzel, das sich nicht aus den Initialen des Mittelalterlich Spectaculum zusammensetzen konnte, da dieses zum einen bereits vielfach in Gebrauch war und außerdem die mit MS abgekürzte Erkrankung des Nervensystems nicht angerührt werden sollte.

Dem immerwährenden Konflikt mit den sogenannten „A-Päpsten“ der Mittelalterszene entsprang dann die Idee zu der „phantastischen“ Ergänzung des Namens: aus dem Mittelalterlich Spectaculum wurde 2007 das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum und das ist bald darauf einprägsam als MPS in aller Munde.

Dieses dreistellige Monogramm ist für die Mittelalter- und Fantasyszene vergleichbar geworden mit dem WOA der Metalszene. Daher ist der Begriff Mittelalterlich Phantasie Spectaculum sogar von Gisi als eingetragene Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt rechtlich geschützt worden.

Der zweite Teil der Neuerungen ist neben dem Namen das Logo, denn zu einer erfolgreichen Wiedererkennung gehört auch ein aussagekräftiges Emblem.
Was wäre da besser geeignet als der Drache, die mythologische Naturgewalt und Fantasyfigur schlechthin? Hamburger Grafiker legten verschiedene Entwürfe vor, die besonders wegen ihrer skizzenhaften Abstraktion bei Gisi auf Skepsis stießen, dann aber mit dem eingefassten neuen Kürzel „MPS“ zu einer wortwörtlich runden Sache wurden.
So betont auch das gewählte Fabelwesen noch einmal den Fokus auf das Phantastische der Veranstaltung und inspiriert sicherlich auch noch zukünftig viele Teilnehmer und Besucher zu phantasievoller Darstellung.

Den letzten Feinschliff erhielt das Logo 2010 dann mit der Unterschrift „Seit 1994. Nicht authentisch, sondern phantastisch“ und öffnet damit nochmals ganz bewusst im Unterschied zu anderen Mittelalter-Veranstaltungen der Fantasy- und LARP-Szene die Tore.

Auch die Massengründungen der neuen Heerlager wurden maßgeblich durch die Unterstützung des MPS in Bewegung gesetzt. Manche sind inzwischen sogar selbst Veranstalter von mittelalterlichen Events. Auch immer mehr neue Heerlagergruppen reisen dem MPS quer durch Deutschland hinterher, wenn auch nach wie vor ein Nord-Süd-Gefälle erkennbar ist. Der starke Norden und Westen erfordert deutlich mehr Veranstaltungsfläche als der Süden und Osten.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des MPS ist seine Campsite, fast alle anderen Mittelalter Veranstaltungen bieten keine Campsite an, denn nicht nur auf dem Markt selbst tummeln sich die Gruppen, auch am Rand des Geländes schlagen tausende Menschen Ihre (dort nicht zwangsläufig mittelalterlichen) Zelte auf.
Das forcierte den Festivalcharakter mit seinem Zusammenleben von Gleichgesinnten, den Gisi mit dem MPS über die Jahre immer deutlicher hervorheben wollte.

Es gibt auch Versuche, Hallenveranstaltungen durchzuführen, die jedoch keinen Anklang finden, weil das MPS als Outdoor-Veranstaltung mit seinen tausenden Feuern, Fackeln, Flammschalen, Kerzen, Feuerschalen, Feuerkörben usw. bekannt und beliebt ist. Das macht es aus, das will man erleben.

Der Versuch, eine Dark & Mystery Music Night mit zahlreichen Bands in verschiedenen Veranstaltungshallen ins Leben zu rufen, wurde nach mäßig erfolgreichem Versuch im ersten Jahr, bereits im zweiten Veranstaltungsjahr komplett wieder abgebrochen, weil es ein katastrophaler wirtschaftlicher Reinfall geworden wäre. Dasselbe gilt auch für die MPS-Party in den Westfalenhallen in Dortmund, die erste Party war relativ erfolgreich, der zweite Versuch war ein herber wirtschaftlicher Verlust. Seither findet auch keine mehr statt.

„Indoor“ oder ausschließlich „Outdoor“ – das ist hier die Frage!

Auch in der Geschichte des MPS gibt es nicht nur Höhe-, sondern auch Tiefpunkte. Ein zentrales Element des Veranstaltungstyps ist die Umgebung, in der es stattfindet.

Das MPS ist eine Freilichtveranstaltung und lebt von und mit Feuern, Natur und Witterungseinflüssen. Leider haben solche Outdoor-Events in unseren Breitengraden den Nachteil, dass es zwangsläufig eine Winterpause geben muss.

Doch Gisi wäre nicht Gisi, wenn er nicht seine Erfahrung als Großveranstalter nutzen und einen Versuch des Umdenkens starten würde. So gab es 2004 die erste Indoor-Veranstaltung des damals noch Mittelalterlich Spectaculums: die Dark & Mystery-Music-Night. Mit ihr sollte die dunkle Jahreszeit bis zum nächsten Saisonauftakt überbrückt werden.
Bands wie In Extremo und Schandmaul waren mit dabei. Wie sich aber schnell herausstellen sollte, fehlten hier zwei der elementaren Zutaten des MPS-Feelings: Feuer und Natur.

Der Andrang war daher mäßig und die Stimmung wollte nicht so zünden, wie man es von den langen Sommernächten kannte. Die Rückmeldungen der Gäste waren verhalten und Gisi musste sich dazu durchringen, die bereits für das Folgejahr angekündigten zahlreichen Termine der Dark & Mystery-Music-Nights komplett abzusagen.

In der gesamten MPS-Geschichte war dies bis dato die einzige abgesagte Veranstaltung – abgesehen von den wetterbedingten Ausfällen, wie z.B. lebensgefährlichen Gewittern oder der Elbeflut in Dresden.

Aus dieser Erfahrung mit den Hallenveranstaltungen lernte Gisi jedenfalls eins: Outdoor ist „in“, Indoor ist „out“!

Nach diesem Testlauf ließ er darum lange Zeit die Finger von geschlossenen Veranstaltungsräumen für das MPS.

Erst in 2013 startete er einen neuen Versuch anlässlich seines 55. Geburtstags und des 20-jährigen MPS-Jubiläums in den Westfalenhallen in Dortmund. Diese Feier sollte in der Geschichte der MPS-Hallenveranstaltungen aber auch der einzige Erfolg bleiben, denn die Wiederholung im Folgejahr büßte die gute Stimmung von Vorjahr ein.

So ist es auch folgerichtig, dass Gisi die angedachte Hallenveranstaltung 2018 in Leipzig auch mit Rücksicht auf seine Gesundheit gecancelt hat. Das MPS ist ein Open-Air-Festival und bleibt sich selbst und den Wünschen der Besucher treu.

Nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ reifte das MPS also weiter an wunderschönen Orten in Hektar und Teilnehmerzahl zu einem riesigen Open-Air-Festival heran, im Jahre 2017 war es in der Summe der 24 MPS Veranstaltungsorte das mit Abstand größte Festival Deutschlands, mit den meisten Besuchern, mit der größten Logistik und mit den meisten Künstlern aller deutschen Festivals!
Kein anderes Festival in ganz Deutschland lockt mehr Besucher an, kein anderes Festival in Deutschland bucht so viele Künstler und kein anderes Festival in ganz Deutschland bewegt so viel Logistik, wie das MPS an seinen 24 Veranstaltungsorten im Jahre 2017!

Dortmund lichterloh: Weihnachtsmarkt meets Mittelalter

Vier Buchstaben, viele Worte – PLWM: schöner, gemütlicher, feuriger, kuscheliger, stimmungsvoller, heimeliger, glänzender, strahlender und überwältigender.
Das Kürzel steht für den Phantastischen Lichterweihnachtsmarkt.

Seit 2009 findet dieses mehrwöchige Event statt, zunächst in Telgte bei Münster, dann im Dortmunder Fredenbaumpark.

Angefangen hat alles in einem Gespräch mit der Stadt Telgte, die schon seit den Anfängen eine jährlich wiederkehrende MPS-Veranstaltung auf ihrer Planwiese beherbergt. Während der Besprechung erzählte man Gisi, dass der kleine Telgter Weihnachtsmarkt an der Kirche wegen Erfolglosigkeit eingestellt werden musste. Gisi dachte wie gewöhnlich in größeren Dimensionen und sinnierte über einen mehrwöchigen weihnachtlichen Markt im Stil des MPS auf der Planwiese. Da es für die Stadt üblich war, einen solchen Markt nur ein einem Wochenende aufzubauen, setzten sie Gisis Idee mit einem vierwöchigen Markt zunächst Zweifel entgegen. Doch der blieb bei seinem Plan und versicherte, mit seiner Erfahrung dort nie Dagewesenes auf die Beine stellen zu wollen – und zu können.

Gleich im ersten Jahr schlug der Lichter Weihnachtsmarkt (kurz: LWM) mit 120.000 Besuchern voll ein und auch das Folgejahr ließ sich nicht lumpen, ebenso das Jahr 2011.

Mit 2012 folgte dann das Jahr, in dem Gisis Dauerbelastung einen großen Tribut forderte: Sein Herz streikte und Klinikaufenthalte und zahlreiche Untersuchungen folgten. Zwangsläufig musste er sich zurückziehen, um in Ruhe genesen zu können. Ob das jemals gelingen würde, wagte Gisi zu bezweifeln.

Die Herzerkrankung war ein harter Schlag. Glücklicherweise besteht das MPS aus einem sehr guten Team, sodass zumindest für den Moment der Ausfall aufgefangen werden konnte. Insbesondere der LWM war in diesem Jahr davon betroffen.

Dessen Organisation und Durchführung übernahm Marktmeister Dirk mit seiner neuen Firma DiTo nicht nur in diesem, sondern zur Entlastung von Gisi auch für die folgenden Jahre und zwar bis 2014.

Nachdem Gisi sich auch durch die Krankheits- und Krisenphase gekämpft hatte, begann eine Zeit der Neuorientierung, die zum Ergebnis hatte, dass das Ruhrgebiet die perfekte Alternative zu Telgte bot. Schon allein die Anbindungen, die Parkplatzsituation und die Größe des Geländes mit seiner idyllischen Seeatmosphäre versprachen eine deutliche Verbesserung. Daneben gestattete Dortmund im Gegensatz zu Telgte auch an den Tagen vor dem Wochenende und bis spät in den Abend laute Musik, weil der Park von einem Gewerbegebiet eingeschlossen ist.

Und Musik ist ja nun einmal das typische MPS- und Weihnachtsmarkt-Charakteristikum. Bis der Ortswechsel aber spruchreif war, dauerte es ein Jahr voller Planung und Gespräche mit Behörden. Und siehe da: 2015 war Gisis illuminiertes Spektakel rund um den See des Fredenbaumparks in Dortmund erstmalig zu erleben.

Ab jetzt mit einem leicht veränderten Namen, nämlich als Phantastischer Lichter Weihnachtsmarkt, (kurz: PLWM).

Doch leider stellte das Wetter zunächst mit Herbststürmen, dann mit sehr lauen Temperaturen Gisis Wiederaufnahme des LWM als PLWM auf eine harte Probe. Trotz allem zählte die Besucherzahl nach Veranstaltungsende immerhin 98.000. Das mag nach viel klingen, allerdings verursacht ein solches Dauerevent sehr hohe Kosten, die durch Tageseinnahmen und Gastronomieerlöse nicht abgedeckt werden konnten.

Doch einem bekannten Sprichwort zufolge kommt nach Regen wieder Sonnenschein und so schien 2016 für die über 140.000 Gäste die knackige Wintersonne. Noch umfangreicher war der PLWM im Vergleich zum Vorjahr geworden.

So auch in 2017 mit 28 Veranstaltungstagen über sechs Wochen verteilt und mit gigantischen 260.000 begeisterten Besuchern. Besucher aus ganz Europa kommen seither zum Dortmunder PLWM – und das nur 3 Wintern nach dem „Umzug“ aus Telgte in den Pott.

Bekannt ist der PLWM durch seine spektakuläre Beleuchtung inmitten der Seeidylle des Dortmunder Nordens, wobei auch diese weihnachtliche Veranstaltung Des Drachen Daselbst das Festivalgängerherz höher schlagen lässt: Bands, Campsites sowie zahlreiche Attraktionen sorgen für den geliebten MPS-Flair und kombinieren ihn mit traumhaften, winterlichen Feuer- und Lichtilluminationen. Damit hat Gisi eine gelungene Möglichkeit entdeckt, die bisher triste Winterpause zwischen den Saisons stilecht zu nutzen.

Das bedeutet auch, dass das MPS als Arbeitgeber in der gesamten Szene unvergleichbar groß ist. Als Wirtschaftsunternehmen schafft es mit unzähligen beauftragten Firmen und Händlern sehr viele Arbeitsplätze; auch solchen, für die es kaum eine andere Plattform für ihre Darstellung und Präsentation gibt, ist es eine willkommene Chance auf Arbeit.

Wirtschaftlichkeit, Einkommen, Geld – natürlich dreht sich eine Veranstaltung auch immer darum. Inzwischen verdienen viele hundert Menschen direkt oder indirekt ihren Lebensunterhalt auf oder mit dem MPS.

Und als einzige Mittelalter Veranstaltung Deutschlands hat das MPS seine eigene Währung!
Seit vielen Jahren verfeinert und vervollständigt der Goldtaler das Gesamtbild des MPS. Er ist der Ersatz des schnöden Euro. Erwachsen ist die Idee bei Michael Riese von Beerenweine, dem genialen Ideengeber und langjährigen Unterstützer des MPS.

Ist die Geldkatze gefüllt mit klimpernden Talern statt langweiligen Scheinen, macht das Marktleben gleich nochmal so viel Freude. So die Grundidee.

Es gibt Goldtaler angefangen beim Wert von 1 Euro, dann 2, 5, 10, 20 bis hin zu 50. Zusätzlich gibt es den halben Taler (50 Cent), der wortwörtlich halbiert ist. Die Begeisterung für dieses liebevolle, aber so einfache Detail ist immens. Unzählige Gäste kommen und tauschen ihr Geld in Münzen um – dieses System kennt man sonst noch aus Spielbanken.

Das Gefühl vom vollständigen Abtauchen in eine andere Welt wird mit Hilfe des eigenen Währungssystems weiter perfektioniert.

Natürlich sind auch diese Münzen nicht authentisch mittelalterlich und wollen es auch nicht sein, womit wieder ein Thema präsent ist, das Gisi von Anfang an sehr am Herzen liegt. Es ist immer darum gegangen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Die mittelalterlich- phantastische Erlebniswelt des MPS hat ebenso ihre Daseinsberechtigung wie die historisch-authentische Darstellung durch Fogelvrei Produktionen und andere Veranstalter. Ganz klar: Die Basis für das MPS ist Gisis Zusammentreffen und – arbeiten mit diesen „authentischen“ Veranstaltern, doch wie schon so oft hat er das bereits Bestehende umgewandelt und äußerst kreativ weiterentwickelt. Ein wichtiges Erfolgsrezept für seinen Lebensweg.

Doch mit einer Revolution kommen auch immer Gegner auf – in diesem Fall in Gestalt von so genannten A-Päpsten (das A steht für authentisch). Gisi konterte daraufhin mit einem A wie Abgrenzung, um deutlich zu machen, dass seine Veranstaltung eben „nicht authentisch, sondern phantastisch“ ist. Im Zuge dessen ist auch das knackige Kürzel entstanden, das einprägsam und aussagekräftig ist.

Das Konzept des MPS wandelte sich natürlich erst nach und nach, wobei der Festivalcharakter einen immer größer werdenden Platz einnahm und so versteht sich das MPS heute als Mittelalter Festival und auch dieser Begriff wurde von Gisi geprägt, zwischenzeitlich hat Gisi diesen Begriff sogar markenrechtlich schützen lassen, einige wenige andere Veranstaltungen in Deutschland nennen sich heute auch Mittelalter Festival, sie nutzen nun auch den von Gisi erstmalig vor etlichen Jahren geprägten Begriff, der heute nicht mehr markenrechtlich geschützt ist.

Mittelalter-Erlebniswelt für Groß und Klein

Als die Veranstaltung noch Mittelalterlich Spectaculum hieß, ist sie in den 1990ern ähnlich wie die Veranstaltungen von Fogelvrei Produktionen noch eine Familienveranstaltung mit dem Sonntag als Haupttag gewesen. Die Samstage hingegen fielen vergleichsweise mau aus.

Der Familiensonntag ist bis heute geblieben, doch die Wochenenden, wie wir sie heute erleben können, sind inzwischen explizit in einen Festival- und einen Familientag aufgeteilt. Diese Entwicklung startete mit der Idee, neben den anfangs einzigen Bands, Sedamog und Tolstafanz, das musikalische Angebot deutlich zu erweitern, weil die Besucher von diesen fremden Klängen sehr angetan waren.

Schnell fanden die damals noch recht unbekannten Musiker von Cultus Ferox oder Schelmish ihren Weg ins Programm und Gisi sah sich irgendwann zwangsläufig mit der Frage konfrontiert: Soll die Veranstaltung ein Mittelalter-Familienfest oder ein Mittelalter-Festival sein? Man kann nämlich nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen!

Tanzen ist das Stichwort: Mit der bewussten Entscheidung für die Festivalvariante verlagerte sich der Schwerpunkt rasant, ohne dass sich jedoch beides gänzlich aufheben musste. Die Herzstücke Markt, Ritterturnier, Pestumzug und Heerlager wurden nach und nach in einen musikalischen Klangkörper eingefasst. Dass die Kosten und so auch der Eintritt im Zuge dieser Entwicklung steigen mussten, liegt auf der Hand. Wer zuvor noch zusätzliche Taler für einzelne Attraktionen wie das Ritterturnier zahlen musste, konnte von da an das umfangreiche Programm als Komplettpaket zum Einheitspreis erleben.

Die Festivalstruktur verfeinerte sich jetzt immer weiter: Campsites und Wochenendtickets hielten Einzug – zwei wesentliche Aspekte, die neben den Jahreskarten zum Mitreisen und Mitfeiern einladen. Die zahlreichen angesagten Bands sind in diesem Zusammenhang zu dem Publikumsmagneten schlechthin geworden.

Hier spielt die Musik!

Eine Sache begleitet und belebt das heutige MPS schon von Kindesbeinen an als es noch Mittelalterlich Spectaculum hieß: die Musik.
Aus ihr ging auch der spätere Festivalcharakter hervor. Weil nicht nur das Thema Mittelaltermarkt Anfang der 1990er noch Terra incognita war, sondern dies auch weitestgehend für die Szenemusik galt, kann sich das MPS heute als Wegbereiter vieler Bands sehen.

In Extremo sind da ein Beispiel, die bereits 1995 und 1996 auf den Bühnen des Mittelalterlich Spectaculums zu sehen waren. Heute haben sie Rang und Namen in der Musikszene. Ihr Werdegang von einer Markt- zu einer Konzertband ist maßgeblich durch die Startbedingungen, die Gisi geschaffen hat, ermöglicht worden.

Ähnlich erging es Bands wie Cultus Ferox, Versengold und Saltatio Mortis. Letztere starteten als sogar Heerlager aus Karlsruhe unter dem Namen „Keines Herren Knecht“ auf einem Dortmunder MPS. Musikalisch bewandert und voller Tatendrang fragten sie nach der Möglichkeit, ihre eigenen Kunststücke einmal auf einer Bühne präsentieren zu dürfen. Heute sind sie auf allen MPS-Bühnen zu Hause und scharren ein großes Heer von Fans um sich.

Viele der auf dem MPS groß gewordenen Bands spielen heute auch auf Festivals wie Deichbrand oder Wacken und werden sogar separat gebucht.

Auch in der TV-Werbung sind sie vertreten. Das jüngste Beispiel dafür bieten wohl Mr. Hurley & die Pulveraffen. Andersherum geht das natürlich auch: Corvus Corax und Schelmish sind bereits vor der MPS-Ära aktiv gewesen und sind von Gisi gebucht worden. So haben auch sie ihren Weg nach und nach zum MPS gefunden und über die Jahre setzte sich eine bunt gemischte Palette zusammen, die keiner mehr missen will.

Auch Freundschaften zwischen Bands und Veranstalter sind geschlossen worden; manche Bandmitglieder nahmen sogar an der Afrikatour teil. Doch es sind nicht nur deutsche Bands, die die Besucher anlocken. Da das MPS internationale Wellen schlägt, kommen auch Musiker aus Schweden, England, den Niederlanden, der Schweiz und Schottland, um die Stimmung ordentlich einzuheizen.

Mit dieser Entwicklung zum Mittelalter Festival erfüllte Gisi die Sehnsüchte des Publikums. Sein Schwerpunkt liegt auf der Musik, so wie auch damals als er noch Scheunenfeste organisierte.

Die Idee, dennoch einen Familientag am letzten Veranstaltungstag zu etablieren, an dem Kinder bis 15 Jahren einschl. und Rentner ab 66 Jahren freien Eintritt haben, ist einzigartig für Festivals und Großveranstaltungen in ganz Deutschland.

Gegner wird es immer geben; für die Spaltung der Szene ist das MPS ein Dreh- und Angelpunkt. Doch jährliche Besucherrekorde bei den einzelnen MPS Terminen und Hundertausende Fans des MPS sprechen für sich. Das i-Tüpfelchen an Außergewöhnlichkeit setzte Gisi dann noch mit dem „Sei was du willst“-Slogan von 2015, der ausdrücklich alle willkommen heißt, die auf den „historisch korrekt“ ausgerichteten Märkten (was immer das im Einzelfall heißen mag), fehl am Platz sind. Auf dem MPS können Mr. Spock und Gandalf problemlos zusammen an der Taverne stehen, während Harley Quinn einem Harlekin beim Jonglieren zusieht.

Die Weiterentwicklung des Slogans lautete in 2016 dann „Du bist das MPS“ und wollte nochmals den individuellen Besucher als zentralen Teil des Events hervorheben. Der ganz neue Slogan für die MPS Saison 2019 lautet „Endlich wieder Zuhause“ und drückt deutlich das Gefühl der MPS Fans aus, wenn sie ein MPS irgendwo in Deutschland besuchen, sie fühlen sich wie daheim unter Freunden, sie fühlen sich sicher, geborgen und bestens umsorgt und sie fühlen sich wohl wie in ihrem eigenen Zuhause, das MPS ist inzwischen Ihr zweites Zuhause geworden!

Erscheinungsmerkmale Des Drachen Daselbst

Wie ein Drache ausschauen mag, haben bereits viele Maler, Bildhauer und Geschichtenerzähler ersonnen. Er hat ihnen zufolge meist eine Panzerhaut, gefährliche Klauen, kann fliegen und Feuer speien und beeindruckt durch seine Größe.

Wer Den Drachen Daselbst vor Augen hat, weiß um die Ähnlichkeit zu vielen seiner Eigenschaften, die durch einige markante Besonderheiten ergänzt werden. Da ist beispielsweise die Kleidung im Flecktarnmuster. Sie hat weniger damit zu tun, dass Der Drache Daselbst unentdeckt bleiben möchte, sondern vielmehr mit seinem Faible für dieses praktische, robuste sowie langlebige Outfit. Kennen und schätzen gelernt hat er es zu seiner Bundeswehrzeit.

Der Drache Daselbst ist zwar ein Schnäppchenjäger und Sparfuchs, aber kein Shopping-Freund, weshalb ihm diese Kleidung alle nötigen Vorzüge bietet. Alle zwei Jahre (meist im Juni) besucht Der Drache Daselbst den Army Shop seines Vertrauens und deckt sich in einem zweistündigen Einkauf mit allen Klamotten für mindestens zwei Jahre lang ein, lange Army Hosen, kurze Army Hosen, lange Army Hemden, kurze Army Hemden, Army Jacken, Army Unterhosen, Army Strümpfe, Army Badehosen, Army Pullover, Army Schuhe, Army Mützen, alles im preiswerten, praktischen und überaus robusten Army Style.

Der Drache Daselbst hasst einkaufen wie die Pest und daher geht er nur alle zwei Jahre für zwei Stunden in seinen Army Shop im Hessischen, danach betritt Der Drache Daselbst für zwei Jahre kein einziges Klamotten- oder Schuhgeschäft mehr. Die praktischen und preiswerten Army Klamotten werden immer und überall getragen: in Afrika, auf dem MPS, in der Karibik, an der Nordsee, vor Gericht, beim Arzt, in der Kneipe, im Krankenhaus, daheim, im Bett, an Ostern, Weihnachten, Pfingsten, Silvester und Neujahr, am Badesee oder im Biergarten!

Ein weiteres Markenzeichen Des Drachen Daselbst ist die Sonnenbrille. Um sie ranken sich Geschichten, die eine geheimnisvolle, mythische Aura um ihn erschaffen und aufrechterhalten. Ob Der Drache Daselbst wohl so seine Umwelt vor seinem Laserblick schützt? Oder soll das Gegenüber der Legende um das eingebaute Nachtsichtgerät doch mehr Glauben schenken? Wenn man genau hinschaut: Sieht man dort nicht doch vielleicht ein integriertes Weitwinkelobjektiv?

Das trifft es tatsächlich noch am ehesten, denn dieses sagenumwobene Spekuliereisen dient letztlich der ästhetischen Einfassung von geschliffenen, abgedunkelten Gläsern, die die Kurzsichtigkeit ausgleichen sollen. Der Drache Daselbst müsste also eigentlich eine richtige Sehbrille tragen, da er solche Brillen aber ebenfalls nicht mag, hat er sich bereits vor Jahren dazu entschieden, sich eine Sonnenbrille mit Sehstärke anzuschaffen, die Optik einer Sonnenbrille mit Sehstärke gefällt ihm wesentlich besser. Der Drache Daselbst zieht mit ihrer Hilfe wieder geschärften Sinnes durch die Lande und seinem Blick entgeht so schnell nichts.

Ganz individuell sind auch die vierbeinigen Lieblinge, die Golden Retriever, die immer mit dabei sind. Seit 1995 begleiten sie Gisi und die Veranstaltung.

Außen „wau“, innen alles andere als rau

Ungefähr zeitgleich zur ersten mehrwöchigen Saison 1995 wurde bei Gisis damaliger Frau der Wunsch nach einem Hund laut.

Gisi lehnte zunächst ab, denn ein Vierbeiner macht nun einmal eine Menge Arbeit. Doch es kam, wie es kommen musste: Der Golden Retriever Benny kam ins Haus und hing bald darauf ausschließlich an Gisis Rockzipfel, da er dann doch derjenige war, der die Fürsorge für das Tier übernahm. Die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau begann dann leider auch noch zu kriseln und auf kurz oder lang folgte die Scheidung, sodass Hund und Herrchen einen Männerhaushalt zu führen anfingen.

Als ständiger Begleiter kannte Benny sehr bald jeden Fleck auf den MPS-Veranstaltungen – für fast 13 Jahre. Als sich 2008 sein Lebensende ankündigte, bemühte sich Gisi, einen Artgenossen anzuschaffen, damit dieser noch von Benny lernen kann. In der Nähe von Rastede wurde er bei einer Züchterin fündig. Eine liebevolle, treue und kinderfreundliche Seele sollte es sein. Die wurde es auch, kam Anfang Mai 2008 ins Haus und trägt den Namen Sunny. Schnell stellte sich heraus, dass Benny und Sunny sich in ihrem Wesen und Aussehen glichen wie ein Ei dem anderen. Sunny lernte wissbegierig alles, was ihm sei vierbeiniger Ziehvater beibrachte und bewegte sich daher von Welpenbeinen an sicher auf dem MPS.

Bennys Tod im August 2008 war für Sunny ein Schock, der ihn in tiefe Trauer versetzte. Es dauerte nicht lange, bis Gisi zum Telefon griff und die Züchterin erneut kontaktierte. Aus einem Wurf im Sommer 2008 gab es einen Glücklichen, auf den die Qual der Wahl traf: Lucky! Das Glück mit Sunny und Lucky währte aber nur 13 Monate, da Lucky – so sarkastisch es klingen mag – Pech mit seinem Jagdinstinkt hatte und tödlich verunglückte.

Wieder litt Sunny schwer unter dem Verlust des neu gewonnen Freundes, weshalb im Herbst 2009 wieder Kontakt zu derselben Züchterin aufgenommen wurde, um das große Loch in Sunnys Hundeseele zu füllen. Der neue Welpe an seiner Seite wurde auf den Namen Rainy getauft und zwar nicht deshalb, weil er ein Gemüt wie sieben Tage Regenwetter hätte, sondern vielmehr um selbiges zu vertreiben. Rainy kam nach Weihnachten 2009 ins Haus. So erhellte sich auch Sunnys Gemüt wieder schlagartig und er begann, seinem Namen wieder alle Ehre zu machen. Das erfreute natürlich auch Gisis Herz.

Doch einen Wermutstropfen gab es auch: Das letzte kleine Fellbündel des Wurfes, aus dem Rainy kam, blieb allein bei der Züchterin zurück. Er war einer Familie versprochen, die sich in letzter Minute doch gegen ein Haustier entschieden hatte. Gisi war natürlich froh, seinem Sunny nun einen Gefährten zur Seite geben zu können, doch seine Gedanken kreisten seit der Adoption von Rainy immer um den zurückgebliebenen Bruder. Nachdem er erfahren hatte, dass der letzte Welpe auch einige Zeit später immer noch bei der Züchterin verblieben war, fuhr Gisi wieder zu ihr, um ihn zu besuchen, und wurde stürmisch bellend begrüßt. Keine zwei Wochen danach – das Jungtier war immer noch dort – warf Gisi alle Vorsätze über Bord und nahm den sehnsüchtig hoffenden Vierbeiner auch noch bei sich auf. Voller Dankbarkeit schlief dieser dritte im Bunde – Stormy – am Abend bei den anderen beiden ein.

Auch wenn jeder der Golden Retriever Gisi abgöttisch liebt, ist Stormy ganz besonders auf ihn fixiert und zollt ihm so seinen Dank für die Erlösung aus der Einsamkeit. Und das bis auf den heutigen Tag. Er hat es nie vergessen.

Von klein auf kannten also Sunny, Rainy und Stormy Gisi und das MPS, weshalb sie auch dort zu einem festen Bestandteil wurden. Sogar so fest, dass sie quasi die vierbeinige Werbeabteilung des MPS geworden sind. Gerade die kleinen Besucher sind riesige Fans der Tiere, doch auch die großen können kaum die Hände von dem weichen Fell lassen, wenn die Tiere frei durch das Gelände laufen. Und beide Seiten lieben es! Die Homepage gewann allein durch die Hunde Massen an neuen Klicks, die die Beliebtheit der goldigen Freunde bezeugen. Inzwischen trägt jeder Hund einen Umhang mit einem individuellen Spruch zu seinem Namen und der dahinter stehenden Aufgabe des jeweiligen Vierbeiners.

Gisi wiederum sah sich beim Gassi gehen schnell einer pragmatischen Aufgaben gegenüber; die drei Hundeleinen ließen sich nämlich schwer gleichmäßig auf zwei Hände aufteilen. Die Lösung brachte Cloudy, der vierte „Goldie“ der Truppe. Auch er stammt von derselben Züchterin wie die anderen und bringt nicht nur den Ausgleich für die Leinenzahl, sondern hat dem Namen nach eine weitere wichtige Aufgabe: Cloudy soll für schattenspendende Wolken an heißen Sommertagen sorgen, die Sunny zu verantworten hat. Rainy vertreibt den trotz der Bemühungen immer mal aufziehenden Regen und Stormy leitet sprichwörtlich alle Stürme und Orkane weg vom MPS. Als solche Glücksbringer sind die vier Chaoten, wie Gisi sie liebevoll nennt, Markenzeichen geworden und fest in das MPS integriert.

Zuerst gab es Benny, der Gisi als „Scheidungskind“ zurückblieb und ihm 13 Jahre lang durch die Höhen und Tiefen des Veranstalterlebens zur Seite stand. In 2008 kam dann Sunny dazu, der bei seinem Ziehvater Benny nur wenige Monate von seiner Ausgeglichenheit und Coolness lernen konnte, da dieser im August desselben Jahres verstarb. Dass Sunny nicht allein bleiben konnte, lag für Gisi auf der Hand. So kam Lucky dazu. Das glückliche Duo wurde dann aber durch einen tragischen Unfall entzweit. Lucky büchste eines Tages aus, weil er einem Hasen hinter jagen wollte, und verunglückte dabei tödlich auf nahegelegenen Bahngleisen. Wieder musste der noch so junge Sunny mit dem Verlust eines Gefährten zurechtkommen. Dieser goldige Kerl ist aber eine sehr starke Hundeseele. Die Entscheidung, ihn dann doch nicht länger als alleinigen Hund zu halten, traf Gisi dann 2009. So fand Rainy seinen Weg ins Haus bzw. auf das MPS. Wer allerdings schon einmal bei einem Züchter gewesen ist, um sich ein Tier auszusuchen, der weiß, dass man nur schweren Herzens die anderen zurücklassen kann – besonders den letzten Welpen aus dem Wurf. Etliches Grübeln, aber keine zwei Wochen später holte Gisi noch Stormy beim Züchter ab, Stormy war von den Menschen die ihn eigentlich kaufen wollten leider nicht abgeholt worden. Das Trio machte sich Rang und Namen auf dem gesamten MPS, aber auf drei Beinen steht jeder Hund schlecht. Da musste 2015 noch der vierte Vierbeiner Cloudy dazukommen. Die vier sind längst von Kuscheltieren zu äußerst beliebten Werbeträgern aufgestiegen und vom MPS nicht mehr wegzudenken. Kleine wie große Besucher erkennen die Tiere wieder und lieben sie.

Ein anderes Tier verbindet der gemeine Besucher ebenfalls sofort mit dem MPS – den Drachen. Er ist ein Phantasiewesen und insofern maßgeschneidert für das MPS-Konzept. Bei Igor Engel, ebenfalls seit den ersten Tagen des MPS treu an Gisis Seite, in Celle ist das Logo mit dem Drachen beschlossen worden. Erstaunlich, aber wahr: Der Drache Daselbst konnte sich mit dem Entwurf des heutigen MPS-Logo erst überhaupt nicht anfreunden. Als dann einige Shirts bedruckt waren und die anderen Mitwirkenden immer wieder ihren Zuspruch geäußert haben, lässt Gisi sich überzeugen. So ist es dann doch eben dieser bekannte MPS Drache geworden, den es auch heute noch gibt. Die Schätze aus der Drachenhöhle, die man seither auf dem MPS am Merchstand erwerben kann, sind legendär. Nach der Einführung des Drachen als MPS-Symbol fertigten einige MPS-Standbetreiber sich plötzlich T-Shirts an auf denen zu lesen war: Der Mundschenk Des Drachen, der Schankwirt Des Drachen usw.

Der damalige MPS Sicherheitschef und der damalige MPS Teamleiter der Aufbauhelfer liefen plötzlich mit T Shirts herum, auf denen dann stand: Die rechte Hand Des Drachen und Die linke Hand Des Drachen.

Daraufhin fertigte Gisi sich zum ersten Male Aufkleber für seinen Firmenwagen an, auf denen zu lesen war: Der Drache Daselbst
Seitdem hat sich die Bezeichnung „ Der Drache Daselbst“ für den Betreiber des MPS eingebürgert und ist in der Mittelalter Szene bestens bekannt.

Wer ein MPS im Übrigen bisher noch nie persönlich erlebt hat, dem sei gesagt: Die Eintrittspreise wirken zwar zunächst etwas abschreckend, doch schaut man sich das an, was auf dem MPS geboten wird und logistisch dahinter steht, so kann man nur noch kleinlaut werden. Jahrelang bereits gibt es MPS Jahreskarten, die als unbegrenzte Eintrittskarte für jedes MPS der Saison gelten. Sie laden zum Mitreisen und Mitfeiern quer durch Deutschland ein – und man hat sich so nicht einmal über das Wetter ärgern müssen, sollte es denn man schlecht gewesen sein.

Rockin´ all over the year!

Wer sich nicht nur für einzelne MPS-Termine Eintrittskarten kaufen möchte, sondern an möglichst vielen Veranstaltungen teilnehmen will, der sollte über eine Jahreskarte nachdenken.

Die Idee für die Jahreskarten kam auch tatsächlich aus der Besucherriege und entstand im Zuge der Schwerpunktsetzung des MPS als Mittelalter-Festival. Viele Fans des MPS wollten seither immer mehr Standorte des Events besuchen, um die individuellen Locations mit ihren Besonderheiten zu erleben. Daher gingen die Jahreskarten 2011 mit einer Auflage von 1000 Stück an den Start und ermöglichten den Besitzern eine kostengünstige Teilnahme an allen Veranstaltungstagen sowie einzelnen Wochenenden des PLWM, inzwischen verkauft das MPS im 8. Jahr viele tausend Jahreskarten. Mittlerweile gibt es auch verschiedene Optionen, über die Jahreskarten direkt einen kleinen oder großen Zeltplatz für die Campsites mit zu buchen. Ein weiterer Schritt in Richtung Festival! Für eine reisende Veranstaltung ist dies bislang einzigartig.

Die Jahreskarten leisten neben den Tages- und Vorverkaufskarten auch einen sehr wichtigen Beitrag für die Selbstfinanzierung des MPS, sodass bereits 2 Jahre nach der Einführung der Jahreskarten und der Vorverkaufskarten das MPS unabhängig von Banken finanziert werden konnte. Gisi und das MPS sind inzwischen komplett ohne einen Cent an Bankschulden tätig und unabhängig von jedem Cent an Bankkrediten und die Besucher refinanzieren das gesamte MPS bereits seit 6 Jahren über die Eintrittspreise.

Mit den Eintrittsgeldern der Besucher und den Standgebühren der MPS Händler werden alle anfallenden Kosten beglichen, darunter fallen nicht nur die Gebühren, die an die jeweiligen Städte zu zahlen sind, sondern auch die Saisonarbeiter und angeheuerten Selbstständigen sowie die Gehälter der aktuell 35 festangestellten Bürokräfte, Fahrer, Aufbau- und Security-Kräfte. Dann kommen noch Bands, Equipment und Ausstattung für die Veranstaltungen dazu und natürlich die gewaltigen Abgaben an die Sozialkassen der Angestellten, an die Gema, an das Finanzamt, an die Berufsgenossenschaft und an die Künstlersozialkasse, um nur einen knappen Überblick zu geben. Daher sind die Jahreskarten ein wichtiges Standbein für die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Gisi und seinem MPS. Sie wird es auch in Zukunft geben!

25 Jahre MPS gehen zuneige. Keiner, dem bewusst ist, welche Hin- und Aufgabe das MPS als riesiges reisendes Spektakel fordert, ist gewillt, Gisis Platz einzunehmen.

Der Druck auf den MPS-Verantwortlichen ist zu groß, die Arbeitszeiten sind fast endlos, das Risiko ist unkalkulierbar, besonders durch die immer verrückter werdenden Wetter Kapriolen und der Druck der Verantwortung ist kaum zu ertragen. Daher wird die Form, in der das MPS aktuell bekannt ist, nicht für immer bestehen bleiben können. Ob andere Veranstalter vereinzelte, ausgewählte MPS-Veranstaltungsorte später bespielen lassen oder es eine andere Entwicklung geben wird, wird die Zeit zeigen.

Als MPS – sowohl namentlich als auch konzeptionell – wird es jedenfalls in seiner heute bekannten Form nicht ohne Gisi überdauern. Das Gespür für die Wünsche der Gäste, den absoluten Willen des MPS immer an die erste Stelle in seinem Leben zu stellen, die Risikobereitschaft, die Willenskraft und den Kampfgeist Des Drachen Daselbst hat wohl kein anderer so wie er – und das hat Gisi schon immer in sich getragen.

Im Jahre 2018 fliegt Der Drache Daselbst aber nach wie vor über 16 ausgewählte Veranstaltungsorte und erkennt mit geübtem Blick alle Gefahrenstellen und Probleme. Er hat einen Punkt in seinem Leben erreicht, an dem er sagen kann, 35 Jahre lang phantastische und unfallfreie Großveranstaltungen organisiert zu haben, ohne ungewollte Brände und ohne Gefahren für Leib und Leben seiner Besucher, darunter 25 Jahre lang das einzigartige MPS. Ein Lebenswerk, auf das Der Drache Daselbst noch lange mit Stolz blicken kann.

Da darf auch er endlich einmal anfangen, kürzer zu treten – allein schon der Gesundheit zuliebe – auch ein starkes Drachenherz wird nun mal irgendwann schwach und leider plagen Gisi seit fast 5 Jahren zwei nicht heilbare Herzkrankheiten!

Und schwach geworden und zusammengebrochen unter der immensen Verantwortung und dem immensen Stress der Organisation dieser einzigartigen Veranstaltungsreihe MPS wäre Der Drache Daselbst schon lange, wenn er nicht all die vielen Jahre über so treue, zuverlässige, unersetzbare und loyale Freunde, Mitarbeiter und Mitstreiter gehabt hätte.

Hier sind zuallererst mal Michael Riese und Igor Engel zu nennen, diese beiden massiven Stützen des MPS sind von Anfang an mit dabei und haben mit ihren Ideen, mit ihrer Zuverlässigkeit, mit ihrer Ehrlichkeit und mit ihrer bedingungslosen Treue zum MPS maßgeblichen Anteil am gewaltigen Erfolg des MPS. Auch heute noch sind sie unverzichtbar für den Fortbestand des MPS – 25 Jahre treu, unbeugsam und verlässlich an Gisis Seite: die besten Freunde der Welt!

Ebenfalls von den ersten Tagen des MPS an dabei sind Manuela Pietrzyk, Freddy Pietrzyk, Simone Heimken und viele Jahre über auch Conny Stetskamp im Mobilbüro des MPS. Manu, Freddy und Mona sind auch heutzutage noch sehr oft in den Mobilbüros des MPS und des PLWM tätig – seit nunmehr 25 Jahren vom MPS nicht wegzudenken.

Ebenfalls von der MPS Geburtsstunde an ist Ursula Klimas eine tragende Säule des MPS. Auch sie ist bereits 25 Jahre lang eine verlässliche Stütze des MPS; heute ist sie die Büroleiterin des Drensteinfurter Büros.

Und auch einige Künstler und Standbetreiber haben die 25 Jahre MPS an der Seite von Gisi halbwegs unbeschadet überstanden und sind immer noch auf dem MPS aktiv mit dabei, hier seien genannt: Karen und Hermann von den FEUERVÖGELN, der große BAGATELLI und auch der NARRENKAI, immer noch treue Gefährten Des Drachen Daselbst und auf dem MPS nicht wegzudenken. Wie Gisi immer so schön sagt, werden diese Künstler ihr Gnadenbrot auf dem MPS genießen können, solange Der Drache Daselbst lebt und das MPS betreibt.

Auch Dutzende andere Menschen sind in den Jahren unverzichtbar für die Erfolgsgeschichte des MPS geworden und auch sie sind immer noch aktiv auf dem MPS tätig, zum Beispiel Christa aus der Riege der langjährigen MPS-Gastro Mitarbeiter, Solli als Verantwortliche für alle Künstlerbuchungen, Horis alias Bruder Rectus als künstlerischer Leiter des MPS, Uli, der bayerische Webmaster des MPS aus Regensburg, Ina und Oli aus dem Büroteam, Hepp und Henning, die begnadeten Elektriker und Illuminationskünstler des PLWM, Helga, die beste Steuerberaterin der Welt, Elmar, der gewiefte Rechtsanwalt, Urban, der ehemalige und Dirk, der aktuelle Marktmeister, viele Lieferanten die das MPS bereits Jahrzehntelang begleiten und noch so viele weitere Menschen und Firmen, ohne die das MPS niemals 25 Jahre durchgehalten hätte, alle kann und will man hier nicht nennen.

Der Drache Daselbst und die Wildnis

Im Jahr 2006 lernte Gisis damalige Freundin während eines Reitturniers eine Mitstreiterin aus Namibia kennen. In ersten Gesprächen stellte sich heraus, dass diese mit ihrem Mann eine 16.000 ha große Farm in der Nähe von Windhoek betrieb.

Da dort auch die Zucht von Trakehnern – der ältesten Pferderasse Deutschlands – ein Bestandteil des Betriebs war, nahm Gisis Freundin die Einladung wahr, drei Monate dort zu verbringen und Pferde einzureiten. Das Ende dieser eindrucksvollen Zeit sollte eine spektakuläre Rundreise per Jeep abrunden. Schnell war klar, dass Der Drache Daselbst bei diesem Abenteuer dabei sein musste, und so flog er im Herbst 2006 für zehn Tage erstmalig nach Afrika.

Namibia übte mit seinen Weiten und der unberührten Natur auf Den Drachen Daselbst magische Anziehungskraft aus und belebte sein wildes Gemüt. Im Grunde durfte er hier das Pendant zu seinem ersten Kontakt mit einem Mittelaltermarkt 1993 neu erleben: Mit Faszination und großartigen Erlebnissen im Gepäck kehrt er zurück in den MPS-Alltag, der von nun an nicht mehr so sein würde wie zuvor.

Das folgende Jahr nutzte er sogleich für die Planung einer erneuten Reise in dieses Land, doch diesmal mit fünf Kollegen vom MPS aus dem Markthändler- und Organisationsteam. Sie verbrachten im Januar 2008 insgesamt drei Wochen zusammen in Jeeps in der Freiheit Namibias und es hätte wohl keine erholsamere Zeit geben können, um die Kräfte nach der Saison 2007 wieder aufzutanken.

Bei gerade einmal zwei Millionen Einwohnern auf einer Fläche, die fast dreimal so groß ist wie Deutschland, kann man sehr abgeschieden von der Menschheit mit der Natur und sich in Einklang kommen – gerade wenn man wie Gisi die tolle Erfahrung machen kann, Orte zu besuchen, von denen man 50 Jahre zuvor schon gelesen hat. Die eindrucksvollen Victoriafälle sind da ein ganz markantes Beispiel.

Natürlich ging es den Mitreisenden in ihrer Begeisterung nicht viel anders und so flogen zwei von ihnen auch gleich in 2009 wieder mit. Von da an sollte die Afrikatour ein fester Bestandteil im MPS-Jahresplan werden. Nicht nur aus dem MPS-Team, sondern auch aus Mitgliedern verschiedener Bands und nicht zuletzt ab 2014 auch aus den MPS-Besuchern rekrutierte sich die stetig wachsende Reisegruppe. Begeisterung steckt eben an!

In 2018 reisten daher 24 MPS-Gäste mit 12 Jeeps drei Wochen lang durch Namibias Natur. Unmittelbar im Anschluss an diese Tour wurde die Reisegruppe bis auf Gisi und zwei weitere Personen ausgewechselt. Mit 21 neuen Reisenden ging es dann ebenfalls mit Jeeps durch Botswana.

Seine mittlerweile 13-jährige Erfahrung im Kontakt mit Afrika verspricht wie gewohnt eine gut durchorganisierte und von vorn bis hinten stimmige Zeit, wobei Gisi sich selbst eher als erfahrenen Mitreisenden und nicht als Reiseleiter sieht.

Der Gesamtpreis (ca. 3200 bis 3500€) ist für alle Beteiligten gleich, auch für Gisi. Darin sind die Flüge, Campsites, Lodges, Jeeps, und Verpflegung enthalten. Die Teilnehmer erwartet jedes Jahr ein tolles Team-Feeling mit einem atemberaubenden Kontakt zu Flora und Fauna, der süchtig macht. Zum Teil reisen die einmal Angesteckten bereits zum sechsten Mal in Folge mit.

Auf die Jagd geht das Team übrigens nicht mit Gewehren, sondern bis an die Zähne bewaffnet mit Kameras. Auch im Januar, Februar und März 2019 geht es weiter – und beide MPS Afrika Touren 2019 sind bereits mit jeweils 14 Jeeps und mit jeweils 28 Personen restlos ausgebucht! An ein Ende der Touren ist auch erst dann zu denken, wenn für Gisi, der inzwischen sein 60. Wiegenfest beging, eine Durchführung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Es soll ja gerade für ihn mentales Entschlacken von dem 24/7-Job MPS sein und eine Erholungsreise bleiben, eine Erholung für den Geist und eine Gesundung für das angeschlagene Drachenherz.